Ehe­ma­li­ger Ober­stadt­di­rek­tor Dr. Her­bert Krä­mer im Alter von 83 Jah­ren ver­stor­ben

Bielefeld(uj). Die Stadt Bie­le­feld und die Hanns-Biseg­ger-Stif­tung trau­ern um Dr. Her­bert Krä­mer. Wie jetzt bekannt wur­de, starb der ehe­ma­li­ge Ober­stadt­di­rek­tor und lang­jäh­ri­ge Vor­sit­zen­de der Biseg­ger-Stif­tung bereits in der Nacht zum 9. Febru­ar auf Tene­rif­fa.

Krä­mer wur­de am 26. August 1931 als Sohn eines Bau­un­ter­neh­mers in Freu­den­berg gebo­ren und stu­dier­te in Bonn Rechts- und Staats­wis­sen­schaf­ten. 1961 wur­de er in sei­ner Hei­mat­stadt zum damals jüngs­ten Bür­ger­meis­ter Deutsch­lands gewählt.

Nach sei­ner Zeit beim Kreis Sie­gen wur­de er 1968 zunächst Stadt­käm­me­rer, dann Stadt­di­rek­tor und schließ­lich von 1974 bis 1978 Ober­stadt­di­rek­tor in Bie­le­feld. »Als Ver­wal­tungs­chef lei­te­te er die Stadt­ver­wal­tung Bie­le­feld mit Initia­ti­ve, Ener­gie und Weit­blick«, wür­digt Ober­bür­ger­meis­ter Pit Clau­sen das Enga­ge­ment des Ver­stor­be­nen. Rat und Ver­wal­tung sei­en Krä­mer für sein uner­müd­li­ches Wir­ken zum Woh­le der Stadt zu gro­ßem Dank ver­pflich­tet, so der OB.

Neben sei­ner Ver­wal­tungs­ar­beit hat sich Her­bert Krä­mer auch in zahl­rei­chen Ehren­äm­tern ver­dient gemacht. Beson­ders am Her­zen lag ihm die Musik. So enga­gier­te er sich als För­de­rer der Bie­le­fel­der Musik­kul­tur in der Hanns-Biseg­ger-Stif­tung, des­sen Vor­sitz er 19 Jah­re lang beklei­de­te. In die­ser Funk­ti­on beglei­te­te er unzäh­li­ge Pro­jek­te, Kon­zer­te und Auf­füh­run­gen und lei­te­te die Jury zur Ver­ga­be des Biseg­ger-För­der­prei­ses für jun­ge Musi­ker. Erst im Sep­tem­ber des ver­gan­ge­nen Jah­res leg­te Krä­mer den Pos­ten nie­der. Sein Nach­fol­ger wur­de Kul­tur­de­zer­nent Dr. Udo Witt­haus – das WESTFALEN-BLATT berich­te­te. »Bie­le­feld hat einen enga­gier­ten För­de­rer der Musik­kul­tur ver­lo­ren und die Hanns-Biseg­ger-Stif­tung sei­nen lang­jäh­ri­gen hoch­ge­schätz­ten, offe­nen und ide­en­rei­chen Vor­sit­zen­den«, betont Udo Witt­haus.

Blieb er Bie­le­feld als Musik­för­de­rer treu, so wech­sel­te Her­bert Krä­mer 1978 als Ober­stadt­di­rek­tor nach Duis­burg. Vor allem der Kampf um die städ­ti­schen Finan­zen brach­ten ihm den Ruf eines SPD-Spit­zen­be­am­ten in der Kom­mu­nal­po­li­tik ein. Für sei­ne Ver­diens­te erhielt er den Ehren­ring der Stadt Duis­burg. Zudem wur­de ihm die Ehren­dok­tor­wür­de der Uni­ver­si­tät Duis­burg ver­lie­hen.

Krä­mers beruf­li­che Kar­rie­re ende­te 1996 als Vor­stands­vor­sit­zen­der der RWE Ent­sor­gungs AG in Essen. Im Ruhe­stand war er lan­ge Jah­re Vor­sit­zen­der des Ver­eins Pro Ruhr­ge­biet und Vor­sit­zen­der des Freun­des­krei­ses des Wil­helm-Lehm­brück-Muse­ums in Duis­burg. In sei­ner Frei­zeit spiel­te Krä­mer Golf, und er lieb­te das Rei­sen und die Musik. Aus ers­ter Ehe hat der Ver­stor­be­ne zwei Kin­der.

West­fa­len-Blatt vom 24. Febru­ar 2015