Nachwuchs sichern für heimatliche Kapellen und Chöre

Kreis Paderborn (krpb). Fachkräftemangel, Elternarbeit, Musikernacherwuchs und Beschäftigungsverhältnisse waren Thema beim jährlichen Austausch der kommunalen Musikschulen in Ostwestfalen-Lippe und den regionalen Landtagsabgeordneten. In diesem Jahr fand das Treffen in Paderborn statt.

„Unsere Musikschulen leisten wichtige Arbeit, um musikalische Bildung, das Erlernen eines Instruments oder Gesangsunterricht in alle Dörfer und Gemeinden zu bringen und so jedem Kind, Jugendlichen und Erwachsenen die gleichen Lern- und Entfaltungsmöglichkeiten zu bieten“, erklärte Landrat Manfred Müller, der die Landtagsabgeordneten Sigrid Beer (Grüne), Benhard Hoppe-Biermeyer (CDU), Marc Lürbke (FDP) und Claudia Steenkolk (SPD) im Kreishaus willkommen hieß. Er begrüßte daher die Ankündigung aus Düsseldorf, die Landeszuschüsse für die 160 Musikschulen in NRW zu erhöhen. „Das ist ein wichtiges Signal, dass die hervorragende Arbeit der Musikschulen gesehen wird und der Grundsatz, der gleichen Lebensqualität für Stadt und Land, ernst genommen wird“, so der Landrat.

Welche Arbeit vor Ort geleistet wird, davon konnten sich die Landtagsabgeordneten in dem überparteilichen Arbeitsgespräch überzeugen. Insbesondere die vielfältigen Kooperationen mit Kindertageseinrichtungen, Grundschulen und weiterführenden Schulen wurden bespielhaft dargestellt. „Durch die langen Unterrichtszeiten und die Ganztagsbetreuung haben Musikvereine, Chöre oder Kapellen kaum noch Möglichkeiten, eigenen Nachwuchs auszubilden“, erklärt Eddi Kleinschnittger, musikalischer Leiter der Kreismusikschule Paderborn. Die kommunalen Musikschulen intensivieren daher ihre Musik- und Gesangsprojekte mit den Grundschulen, aber auch mit den Kitas, um bereits kleine Kinder an die Musik heranzuführen. „Gerade hier kann auch ein hohes Maß an Integration ermöglicht werden, da benötigen wir unsere Musikschulen als zuverlässigen Bildungspartner“, betonte Sigrid Beer. Für Bernard Hoppe-Biermeyer ist es wichtig, bei aller Professionalisierung auch auf Augenhöhe mit dem Ehrenamt zu agieren. „Gerade die koordinierenden ehrenamtlichen Helfer in den zahlreichen Musikvereinen z.B. sind hier ein ganz wertvoller Partner in den unterschiedlichen Kooperationsprojekten,“ so der Landtagsabgeordnete. Claudia Steenkolk betonte ausdrücklich die positiven Nebeneffekte in den Projekten, in denen Musikschulen in die Grundschule gehen. Hier sei ein äußerst positives Klima im Schulleben zu bemerken.

Es wurden aber auch kritische Themen besprochen, wie die vielen Arbeitsverhältnisse auf Honorarbasis. Die anwesenden Vertreter der Musikschulen wünschten sich mehr Festanstellungen, um qualifiziertes Personal an die Musikschulen zu binden. „Im Koalitionsvertrag steht zum ersten Mal, dass insbesondere Musikschulen in NRW in Zukunft besser gefördert werden sollen, dies unterstützen wir nach allen Kräften und da stehen wir zu“, sicherte Marc Lürbke (FDP) zu. Das nächste Treffen der OWL Musikschulen mit den Landtagspolitikern findet im Mai nächsten Jahres in Bielefeld statt.

Bild: Zusammen für die Musik: (vlnr) Annegret Schwiening (Geschäftsführerin Landesverband der Musikschulen NRW), Bernhard Hoppe Biermeier (CDU), Claudia Steenkolk (SPD), Heiko Röder (stellv. Leiter Städt. Musikschule Paderborn), Heinz-Josef Struckmeier (Musikschulleiter und stellv. Kulturamtsleiter Kreis PB), Sigrid Beer (Grüne), Marc Lürbke (FDP), Johannes Strzyzewski (Regionalsprecher der OWL Musikschulen und Leiter der Musik- und Kunstschule Bielefeld), Eddi Kleinschnittger (pädagogischer Leiter Kreismusikschule Paderborn), LR Manfred Müller

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