Sin­fo­nic-Rock sprengt alle Grenzen

150 Musi­ke­rin­nen und Musi­ker der Musik-und Kunst­schu­le spie­len in der Rudolf-Oet­ker-Hal­le im Juni
Mei­len­stei­ne der Musik­ge­schich­te im Orches­ter-Gewand
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Was hät­te ein Mann wie Beet­ho­ven, der sich absicht­lich nicht an bestimm­te Regeln hal­ten und Gren­zen spren­gen woll­te, wohl gemacht, wenn er ein 150-köp­fi­ges Orches­ter gehabt hät­te? Was hät­te jemand, der in sei­nen Spät­wer­ken das „for­te­for­tis­si­mo“ ein­führ­te, weil er das Orches­ter noch wuch­ti­ger haben woll­te, was hät­te die­ser Mann wohl gemacht, wenn er zu sei­ner Zeit eine E‑Gitarre oder ein E‑Bass oder ein Drum­set hät­te ein­set­zen können?

Das Sin­fo­nic-Rock-Ensem­ble möch­te Musik nicht tra­di­tio­nell, wie etwa vor zwei- oder drei­hun­dert Jah­ren spie­len. Die Musi­ker wol­len ein Pro­gramm mit Meis­ter­wer­ken der klas­si­schen und der Pop-Musik prä­sen­tie­ren, aber so wie es den Hör­ge­wohn­hei­ten der Leu­te von heu­te ent­spricht. Also fin­det sich im Orches­ter des Sin­fo­nic-Rock-Ensem­ble nahe­zu alles, was Musik­fans ken­nen und erwar­ten. Da sind Röh­ren­glo­cken und meter­ho­he japa­ni­sche Taiko Trom­meln auf der Büh­ne, es sind umfang­rei­che und abge­fah­re­ne Schlag­wer­ke sowie sin­fo­ni­sche Instru­men­te, die man nicht jeden Tag sehen und hören kann an Bord: Har­fe, Kon­tra­fa­gott, Vibra­phon, der gro­ße Chor, ein 5‑saitiger E‑Bass, E‑Gitarre und elek­tro­ni­sche Instru­men­te, wie Syn­the­si­zer, Ton­ef­fekt­ge­rä­te und elek­tro­ni­sches Schlag­zeug. Und, als wenn das noch nicht genug wäre, kommt auch die ein­ge­bau­te Kon­zert­or­gel der Rudolf-Oet­ker-Hal­le zum Ein­satz. Sie wur­de 1930 spe­zi­ell für die Oet­ker­hal­le erbaut und für den Lai­en unsicht­bar in die Büh­ne inte­griert und ist heu­te die ein­zi­ge erhal­te­ne Saal­or­gel in Nord­rhein-West­fa­len. Des­halb darf die­ses sel­te­ne Pracht­stück eben­falls nicht im Mega-Orches­ter fehlen.

Im Sin­fo­nic-Rock-Ensem­ble fin­den sich alle heu­te übli­chen Musik­in­stru­men­te und Musi­ker aller mög­li­chen Musik­sti­le. Es sind also alle Musik­fä­cher der MuKu gleich­zei­tig auf der Büh­ne in einem Gesamtor­ches­ter zu hören.

Im Orches­ter­spiel lernt man, sich — im wahrs­ten Sin­ne — Gehör zu ver­schaf­fen und gleich­zei­tig Rück­sicht auf ande­re zu neh­men. Man lernt, sich in einem Moment in den Vor­der­grund zu spie­len und sich ein paar Tak­te spä­ter wie­der in der Gemein­schaft ein­zu­ord­nen. Für die­ses sen­si­ble Mit­ein­an­der wird die Lat­te bei die­sem Kon­zert noch ein Stück höher gehängt, wenn ver­schie­dens­te Instru­men­te, die es nicht gewohnt sind, mit­ein­an­der zu spie­len, und die auf den ers­ten Blick auch gar nicht zu ein­an­der zu pas­sen schei­nen, die­se zwi­schen­mensch­li­che und künst­le­ri­sche Inter­ak­ti­on auf bewerk­stel­li­gen müssen.

Das funk­tio­niert wahr­lich am bes­ten an einer Musik­schu­le, in der Unter­schie­de jeden Tag gelebt wer­den. Da tönt aus dem einen Raum die Block­flö­te und gleich­be­rech­tigt der E‑Bass aus dem Nach­bar­raum. Da hört man die Opern Arie durch den Flur und einen Gang wei­ter den neus­ten Sommerhit.

Spe­zi­ell an der MuKu gibt es seit lan­ger Zeit auch E‑Geigen und E‑Drums. In zahl­rei­chen Pop-Opern und bei den GOTA-Pro­jek­ten haben Schü­ler und Lehr­kräf­te schon Erfah­run­gen mit Cross­over Pro­jek­ten sam­meln kön­nen. Mit „Sin­fo­nic Rock in Con­cert“ betritt die MuKu also kein Neu­land, wohl aber hofft man, dem Publi­kum, das eine der­ar­ti­ge Sym­bio­se noch nie gehört hat, eine neue Klang­welt bie­ten zu können.

Nichts weni­ger als die Mei­len­stei­ne der Musik­ge­schich­te hat man für die fünf Shows aus­ge­sucht und ein­stu­diert. Von Beet­ho­vens „Freu­de schö­ner Göt­ter­fun­ken“ über „Bohe­mi­an Rhap­so­dy“ wer­den nur Titel zu hören sein, die als „ech­te Kra­cher“ in die Musik­ge­schich­te ein­ge­gan­gen sind. Egal ob Klas­sik oder Rock. Von Beet­ho­ven über Bach bis Beat­les oder Queen sind nur Namen im Kon­zert­pro­gramm zu fin­den, die jedes Kind kennt. Alle Titel wur­den von Johan­nes Strzy­zew­ski, dem Direk­tor der MuKu, spe­zi­ell für die­se fünf Kon­zer­te und spe­zi­ell für die­ses gro­ße Orches­ter neu arrangiert.

Ein eige­nes Team ist für Licht und Show zustän­dig und das Kame­ra­team von Kanal 21 sorgt dafür, dass Live-Bil­der auf zwei LED-Wän­de im Saal über­tra­gen wer­den. So ist man im Publi­kum auf jedem Platz haut­nah dabei. Da weder die Orches­ter­be­set­zung noch die Aus­wahl des Musik­pro­gramms dem Übli­chen ent­spricht, reicht an die­sem Abend auch kei­ne nor­ma­le Mode­ra­ti­on. Des­we­gen wer­den 5 Mode­ra­to­ren und Mode­ra­to­rin­nen durch das Pro­gramm füh­ren. Alle Fünf haben an der MuKu ihre Aus­bil­dung als Ver­an­stal­tungs­kauf­man­n/-frau absolviert.

Kar­ten sind zum Preis von 19,- / erm. 11,- an allen Vor­ver­kaufs­stel­len zzgl. VVK-Gebühr erhält­lich. Grup­pen ab 20 Per­so­nen kön­nen in der MuKu ver­güns­tig­te Grup­pen­kar­ten bekom­men und für Schu­len gibt es am Frei­tag und Don­ners­tag­vor­mit­tag spe­zi­el­le Schul­vor­stel­lun­gen zum sehr güns­ti­gen Schultarif.

Abend­vor­stel­lun­gen sind am Don­ners­tag, 15., Frei­tag 16. Und Sams­tag, 17. Juni, jeweils um 19:30 Uhr in der Rudolf-Oetker-Halle.

Info: www.sinfonic.de Tel: 0521 / 512992