Das Jubi­lä­ums­jahr Beet­ho­vens geht zu Ende und in der Coro­na Kri­se unter. Die Jubi­lä­ums-Pop-Oper der Musik- und Kunst­schu­le soll 2021 nach­ge­holt wer­den. Coro­na sorgt auch hier für ein Fragezeichen

Welt­be­rühmt, viel Glück aber auch viel Pech gehabt. So könn­te man das Schick­sal von Lud­wig van Beet­ho­ven auch beschrei­ben. Das 250. Jubi­lä­ums­jahr soll­te den berühm­tes­ten deut­schen Künst­ler für alle ins Ram­pen­licht rücken. Des­we­gen hat die Bun­des­re­gie­rung das Jubi­lä­um zur natio­na­len Auf­ga­be erklärt und bereits 2016 in einer Haus­halts­sit­zung des Deut­schen Bun­des­tags beschlos­sen, Jubi­lä­ums­ak­ti­vi­tä­ten und Ver­an­stal­tun­gen zum sei­nem 250. Geburts­tag mit 27 Mil­lio­nen Euro zu för­dern. Ins­ge­samt waren am Ende 43,5 Mil­lio­nen Euro im Topf, um die man sich mit Pro­jekt­ideen zum Beet­ho­ven­jahr bewer­ben konnte.

Glück für Bie­le­feld, denn die Pop-Oper „Van Beet­ho­ven“ der Musik- und Kunst­schu­le gehör­te zu den 11 Pro­jek­ten, die bereits 2017 in der ers­ten Sit­zung des Auf­sichts­ra­tes und vom künst­le­ri­schen Bei­rat der Beet­ho­ven Jubi­lä­ums­ge­sell­schaft als för­de­rungs­wür­dig befun­den wurde.

Pech aller­dings, dass die Pop-Oper, wie auch vie­le ande­re Ver­an­stal­tun­gen, der Covid-19-Pan­de­mie zum Opfer fiel. Glück­li­cher­wei­se jedoch wur­de dar­auf­hin beschlos­sen, dass die bewil­lig­ten För­der­mit­tel auch für Ver­an­stal­tun­gen zur Ver­fü­gung ste­hen wür­den, die wegen Coro­na auf 2021 ver­scho­ben wer­den muss­ten. Glück war, dass sich im Ter­min­plan der Oetker­hal­le noch genau die zwei Wochen frei schau­feln lie­ßen, um das Stück um ein Jahr zu ver­schie­ben. Denn die MuKu benö­tigt die Hal­le für immer­hin zwei Wochen, damit Auf­bau, Pro­ben und Auf­füh­run­gen für eine so gro­ße Pro­duk­ti­on, an der 250 Mit­wir­ken­de betei­ligt sind, durch­ge­führt wer­den kann. So ste­hen die Auf­füh­run­gen der Bie­le­fel­der Pop-Oper nun für den 2. bis 5. Juni 2021 an. Mit Blick auf die aktu­el­le Ent­wick­lung der Infek­ti­ons­zah­len kom­men aller­dings wie­der Zwei­fel auf, ob die Beet­ho­ven Fei­er im Juni 2021 so wie geplant statt­fin­den kann. Das wäre dann ech­tes Pech.

Pech hat­te Beet­ho­ven auch schon zu Leb­zei­ten. So muss­te er als Jugend­li­cher schon für das Aus­kom­men sei­ner Eltern und Brü­der sor­gen, weil der Vater dem Alko­hol ver­fiel. Glück hat­te er aller­dings, weil hoch­ste­hen­de Fami­li­en sei­ne Diens­te als Kla­vier­leh­rer für ihre höhe­ren Töch­ter schät­zen. Pech hat­te er aber, weil sei­ne Lieb­schaf­ten eben aus Adels­fa­mi­li­en stamm­ten und für die­se eine fes­te Ver­bin­dung, geschwei­ge denn eine Hoch­zeit mit dem bür­ger­li­chen Lud­wig auf kei­nen Fall in Fra­ge kam. Glück hat­te er, weil der Köl­ner Kur­fürst ihm die Rei­se und den Auf­ent­halt nach Wien finan­zier­te, damit er Unter­richt bei Mozart neh­men kann. Pech aller­dings, dass Mozart zu die­sem Zeit­punkt mit einer Opern­pre­mie­re beschäf­tigt war und zudem Beet­ho­ven die Nach­richt ereil­te, dass sei­ne Mut­ter im Ster­ben lag. Glück hat­te Beet­ho­ven, dass er mit gro­ßem Talent und einem musi­ka­li­schen Gehör geseg­net war und dass er Zeit sei­nes Lebens immer Gön­ner und Unter­stüt­zer fand. Pech und tra­gisch war, dass er eben die­ses Gehör auf dem Höhe­punkt sei­ner Kar­rie­re verlor.

Nun, da mit Coro­na das Pech wie­der zuge­schla­gen hat, hof­fen die Macher der Pop-Oper jetzt auf Glück, dass näm­lich die Ver­an­stal­tun­gen im nächs­ten Jahr mit dem Impf­stoff und dem Früh­ling wie­der statt­fin­den kön­nen. Eini­ge der Dar­stel­ler von 2020 sind mitt­ler­wei­le im Stu­di­um oder ste­hen aus ande­ren Grün­den für die Auf­füh­rung in 2021 jedoch nicht mehr zur Ver­fü­gung. Pech. Des­halb gibt es noch­mal ein neu­en Cas­ting Ter­min am 11. Dezem­ber. Und so haben eini­ge Bie­le­fel­der viel­leicht Glück, dass sie bei die­ser Pro­duk­ti­on noch mit­ma­chen kön­nen. Infos zum Stück und zum Cas­ting unter www.pop-oper.de oder Tel: 0521 / 512992. Wem in die­sem Jahr kein pas­sen­des Weih­nachts­ge­schenk ein­fällt oder wer sich spe­zi­ell in die­sem Jahr nicht in den Weih­nachts­rum­mel stür­zen möch­te, hat Glück: denn der Vor­ver­kauf für die Kar­ten zur Pop-Oper beginnt bereits am 30. November.