Der Chor sorgt für die Gänsehaut

In allen Pop-Opern war BiVo­cal mit dabei — jetzt kommt: Sin­fo­nic Rock.

Seit 13 Jah­ren exis­tiert der Chor BiVo­cal. Er besteht aus 50 Sän­ge­rin­nen und Sän­gern und probt von Pop bis Klas­sik Musik­stü­cke aus ver­schie­de­nen musi­ka­li­schen Epo­chen. Anders als bei den Jugend­or­ches­tern und Jugend­chö­ren der Musik- und Kunst­schu­le, sind vie­le der Mit­glie­der die 2010 schon dabei waren auch heu­te noch im Chor. Der Grund ist, dass Schü­ler die MuKu meist mit dem Schul­ab­schluss wegen ihrer Berufs­aus­bil­dung ver­las­sen. Das ist bei Erwach­se­nen anders. Vie­le suchen zu ihrem beruf­li­chen oder fami­liä­ren All­tag einen künst­le­ri­schen Ausgleich.

Ursprüng­lich wur­de der Chor als Musi­cal-Chor gegrün­det. Er wirk­te erst­mals 2011 bei der Pop-Oper der Musik- und Kunst­schu­le „Tanz um den Hexen­kes­sel“ mit. Nach fünf erfolg­rei­chen Auf­füh­run­gen in der Rudolf-Oet­ker-Hal­le waren die Mit­glie­der so begeis­tert, dass fast alle wei­ter machen woll­ten. Danach hieß der Chor MuKu-Chor. Es wur­de ein eige­nes Reper­toire ein­stu­diert, dann folg­ten eige­ne Auf­trit­te. Im Jahr 2014 über­nahm Tobi­as Rich­ter die Lei­tung des Cho­res und gab ihm den Namen BiVocal.

Im Unter­schied zu den meis­ten Chö­ren, die mit einem eige­nen Reper­toire auf­tre­ten, betei­ligt sich die­ser Chor an Groß­pro­duk­tio­nen, wie zum Bei­spiel den Pop-Opern oder der anste­hen­den Pro­duk­ti­on „Sin­fo­nic Rock in Con­cert“. Dann gibt es für die Sän­ge­rin­nen und Sän­ger auch vie­le Tak­te in denen der Chor pau­siert, um ande­ren das musi­ka­li­sche Gesche­hen zu über­las­sen. Oder man hört gan­ze Pas­sa­gen, in dem der Chor nur Voka­le singt. Dann aller­dings, wenn der Chor an der rich­ti­gen Stel­le ein­setzt, sorgt der Chor für Gän­se­haut pur. Wenn das Orches­ter und die Musik bereits eine emo­tio­na­le Stim­mung geschaf­fen haben und das ein oder ande­re Auge beginnt gla­sig zu wer­den, über­wäl­tigt einen nichts so sehr, wie vie­le Men­schen, die sin­gen. Nur ein ein­fa­ches A oder O direkt aus dem Bauch her­aus genügt. 

Aus die­sem Grund hört man beim Titel „Adie­mus“, der spe­zi­ell für den Chor in das Sin­fo­nic-Rock Pro­gramm auf­ge­nom­men wur­de, auch kein Sinn­text, son­dern ein Text in einer Fan­ta­sie­spra­che. So kann der Teil des Gehirns der Tex­te ver­steht, ana­ly­siert und dar­über nach­denkt, in Ruhe pau­sie­ren und dem Teil, der für Emo­tio­nen zustän­dig ist, das Feld überlassen.