Freiberufler: Nur Künstler jammern nicht
Alles ist relativ: Niedergelassene Ärzte blicken düster in die Zukunft, weil sie Einschnitte bei den Honoraren fürchten. Dabei bleibt ihnen am Monatsende nach Abzug aller Unkosten so viel Geld übrig wie sonst kaum einem Freiberufler. Auf der anderen Seite ist die Stimmung bei denjenigen am besten, die sich voller Enthusiasmus in einem kreativen Beruf selbstständig machen – häufig, weil sie keine Chance auf eine der wenigen Stellen etwa an der Musikschule haben. Der Durchschnittsverdienst von freien Künstlern liegt bei 12.000 Euro – im Jahr, nicht im Monat.
Für sie hat die Forderung der Kommunen, wonach die freien Berufe künftig Gewerbesteuer zahlen sollen, wegen ihres niedrigen Einkommens keine Bedeutung.
Anders ist das bei der Mehrheit der gut verdienenden Ärzte, Steuerberater und Anwälte. Es ist nicht einzusehen, dass sie von der Gewerbesteuer ausgenommen sind, während kleine Handwerksbetriebe diese zahlen müssen. Das Argument, dass dann Stellen wegfallen, zieht nicht: Diese wurden so weit wie möglich abgebaut.


